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Website erstellen lassen: Kosten nach Stunden kalkuliert

Redaktion Agenturbewertung Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Was es kostet, eine Website erstellen zu lassen, hängt fast nur von den Stunden ab: Bei einem angenommenen Satz von 110 Euro kostet eine kleine Website mit angepasstem Theme etwa 6.600 Euro, eine Unternehmenswebsite mit eigenem Design rund 18.600 Euro und ein Shop mit Schnittstellen rund 38.500 Euro. Dazu kommen jährliche Kosten für Hosting und Wartung.

Hand skizziert mit Druckbleistift Website-Wireframes auf Papier, daneben Kaffeetasse und Notizbuch
Foto: Green Chameleon craftedbygc, CC0, via Wikimedia Commons

„Was kostet eine Website?“ ist ungefähr so beantwortbar wie „Was kostet ein Auto?“. Die Spanne reicht vom Baukasten-Abo für ein paar Euro im Monat bis zum sechsstelligen Projekt mit eigenem Designsystem, Schnittstellen zu drei Fremdsystemen und einem Team, das ein halbes Jahr daran arbeitet. Preislisten helfen da wenig. Was hilft, ist eine Rechnung, die du selbst nachvollziehen und an dein Vorhaben anpassen kannst.

Fast jedes Agenturangebot ist im Kern eine Stundenschätzung mal einem Stundensatz. Wer die Bausteine kennt, kann Angebote einschätzen. Und erkennt, wo eine Agentur zu knapp oder zu großzügig gerechnet hat.

Drei Beispielkalkulationen

Die folgenden Zahlen sind Modellrechnungen, keine Marktpreise. Als Stundensatz sind 110 Euro angesetzt. Das liegt knapp über dem durchschnittlichen Freelancer-Satz von 103 Euro aus dem Freelancer-Kompass 2026 und ungefähr dort, wo eine Agentur nach einer einfachen Kostenrechnung landen muss. Die Herleitung steht im Beitrag zum Agentur-Stundensatz.

Beispielkalkulation: drei typische Website-Projekte
  1. Kleine Website, 6 Seiten, angepasstes Theme6.600 €rund 60 Stunden
  2. Unternehmenswebsite, 15 Seiten, eigenes Design18.590 €rund 169 Stunden
  3. Shop, 200 Produkte, Anbindung Warenwirtschaft38.500 €rund 350 Stunden

Modellrechnung mit 110 € pro Stunde. Stunden sind Schätzungen für das Beispiel, keine erhobenen Durchschnittswerte.

Die mittlere Variante ist der häufigste Fall bei kleinen und mittleren Unternehmen. So setzt sie sich zusammen:

Unternehmenswebsite mit 15 Seiten: Stunden pro Baustein
Workshop, Konzept, Seitenstruktur
16 h
Design: Startseite und drei Seitentypen, zwei Korrekturrunden
32 h
Umsetzung im CMS, responsiv
60 h
Inhalte einpflegen (Texte und Bilder geliefert)
15 h
Formulare, Consent-Banner, technische SEO-Grundlagen
12 h
Tests auf Geräten und Browsern, Korrekturen
12 h
Projektleitung, rund 15 %
22 h
169 Stunden × 110 €
18.590 € netto

Annahmen für das Beispiel. Texte und Fotos liefert der Auftraggeber, eine Sprache, keine Schnittstellen.

Nutze die Tabelle als Prüfraster. Fehlt in einem Angebot ein Baustein komplett, frag nach. Ist ein Baustein doppelt so groß wie hier, frag ebenfalls nach. Es gibt oft gute Gründe, aber du solltest sie kennen.

Die fünf größten Kostentreiber

Zwischen der kleinen und der großen Variante liegen nicht mehr Seiten, sondern andere Anforderungen. Diese fünf Faktoren verändern die Stundenzahl am stärksten.

Inhalte. Lieferst du fertige Texte und Fotos, oder soll die Agentur sie erstellen? Setzt du für Konzeption und Text drei bis vier Stunden pro Seite an, kommen bei 15 Seiten 45 bis 60 Stunden dazu. Ein Fotoshooting kommt extra. Das ist der häufigste Grund für große Preisunterschiede zwischen Angeboten.

Individuelles Design. Ein gekauftes Theme mit angepassten Farben und Schriften braucht wenige Stunden. Ein eigenes Design mit Designsystem, das später auch für andere Kanäle taugt, braucht ein Vielfaches.

Schnittstellen. Jede Anbindung an ein anderes System ist ein eigenes kleines Projekt: Newsletter-Tool, CRM, Buchungssystem, Warenwirtschaft. Einfache Anbindungen über fertige Plugins kosten wenige Stunden. Individuelle Schnittstellen können je nach Dokumentation des Fremdsystems Tage oder Wochen dauern. Schätze hier lieber großzügig.

Mehrsprachigkeit. Eine zweite Sprache bedeutet nicht doppelte Kosten, aber zusätzliche Arbeit beim Einpflegen und Testen. Übersetzungen selbst sind ein separater Posten.

Migration. Ein Relaunch mit 300 alten Seiten, die erhalten oder umgeleitet werden müssen, ist aufwendiger als ein Neustart. Weiterleitungen fehlen in vielen Angeboten, obwohl sie für Suchmaschinen wichtig sind.

Ein Projekt, zwei Preise: das Inhalte-Beispiel

Wie stark eine einzige Annahme den Preis bewegt, zeigt die mittlere Kalkulation von oben. Lieferst du Texte und Bilder selbst, bleibt es bei 169 Stunden. Soll die Agentur Konzeption und Texte für alle 15 Seiten übernehmen, kommen bei dreieinhalb Stunden pro Seite gut 52 Stunden dazu. Aus 18.590 Euro werden 24.310 Euro.

Beide Angebote wären korrekt. Sie beschreiben nur verschiedene Projekte, und genau das passiert, wenn das Briefing zu Inhalten schweigt. Der Unterschied von 5.720 Euro sieht im Vergleich so aus, als sei die eine Agentur teurer. Ist sie nicht.

Umgekehrt gilt: Wer Texte selbst schreiben will, sollte ehrlich einschätzen, ob das intern klappt. Fehlende Texte sind einer der häufigsten Gründe, warum fertig programmierte Websites wochenlang nicht online gehen, während die Agentur wartet und der Zeitplan nach hinten rutscht.

Rechtliche Pflichten, die Geld kosten

Einige Anforderungen sind nicht verhandelbar. Jede geschäftliche Website braucht ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz und eine Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO. Setzt du Analyse- oder Marketing-Tools ein, kommt ein Consent-Banner dazu.

Für Online-Shops ist seit dem 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz relevant. Es verlangt, dass bestimmte Dienstleistungen für Verbraucher, darunter der elektronische Geschäftsverkehr, barrierefrei zugänglich sind. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind nach § 3 Abs. 3 BFSG ausgenommen. Wer nicht darunter fällt, sollte Barrierefreiheit von Anfang an einplanen. Nachrüsten kostet mehr.

Agentur, Freelancer oder Baukasten?

Nicht immer ist die Agentur die richtige Wahl. Ein ehrlicher Vergleich:

WegPasst fürGrenzen
BaukastenEinfache Auftritte, wenige Seiten, keine SchnittstellenPlattformbindung, eigene Zeit für Aufbau und Pflege
FreelancerKlar umrissene Projekte, ein FachgebietAusfallrisiko, Design und Technik selten aus einer Hand
AgenturMehrere Disziplinen, Schnittstellen, Betrieb danachHöhere Stundensätze durch Overhead

Für ein Café oder einen Handwerksbetrieb mit fünf Seiten ist ein Baukasten oft vernünftig. Sobald Schnittstellen oder ein Shop ins Spiel kommen, kippt die Rechnung.

Die laufenden Kosten nach dem Launch

Mit dem Launch beginnt der Betrieb, und der kostet jedes Jahr Geld. Diese Posten gehören in die Kalkulation:

  • Domain: wenige Euro bis einige zehn Euro pro Jahr, je nach Endung und Anbieter.
  • Hosting: von einfachen Shared-Paketen bis zu verwalteten Servern mit Monitoring.
  • Lizenzen: Premium-Plugins, Themes, Schriften, Consent-Tool, oft als Jahresabo.
  • Wartung: Updates von CMS und Plugins, PHP-Upgrades, Backups, Sicherheitsprüfungen.

Die Wartung ist meist der größte Posten und wird am häufigsten vergessen. Ein CMS ohne Updates wird innerhalb weniger Monate zum Sicherheitsrisiko. Was ein Wartungsvertrag enthalten sollte, steht unter Wartungsvertrag für Websites. Wer Betrieb und Hosting gleich mitvergeben will, kann sich bei spezialisierten Anbietern umsehen, etwa beim Hosting-Angebot von OnlineBuilders.

So kommst du zu einer realistischen Zahl

Nimm die Bausteintabelle oben und passe die Stunden an dein Vorhaben an. Liefern statt erstellen lassen, Theme statt eigenes Design, keine oder drei Schnittstellen. Multipliziere mit einem Stundensatz zwischen 100 und 140 Euro und rechne 15 Prozent Puffer dazu. Das Ergebnis ist keine Wahrheit, aber eine Spanne, mit der du ins Briefing gehen kannst.

Diese Spanne gehört ins Briefing. Wie das aussieht, zeigt die Vorlage für das Agentur-Briefing. Kommen die Angebote zurück, hilft dir der Leitfaden Agentur-Angebote vergleichen, sie auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Und ob ein Festpreis oder eine Abrechnung nach Aufwand besser passt, erklärt Festpreis oder Aufwand.

Dein nächster Schritt: Schreib für jeden der fünf Kostentreiber in einem Satz auf, was du brauchst. Allein damit kann eine Agentur ihr Angebot um Tausende Euro genauer machen.

Häufige Fragen

Warum unterscheiden sich Angebote für dieselbe Website so stark?

Weil jede Agentur andere Annahmen trifft, vor allem zu Inhalten, Design und Schnittstellen. Eine rechnet Texte ein, die andere nicht. Mit einem klaren Briefing und einer Abgrenzung schrumpfen die Unterschiede deutlich.

Ist ein Website-Baukasten günstiger?

In den Anschaffungskosten ja, du zahlst nur ein Abo. Dafür steckst du eigene Zeit in Aufbau und Pflege und bist an die Plattform gebunden. Für einfache Auftritte ohne Schnittstellen ist ein Baukasten oft die vernünftige Wahl.

Muss meine Website barrierefrei sein?

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für bestimmte Dienstleistungen an Verbraucher, darunter den Online-Handel. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, sind nach § 3 Abs. 3 BFSG ausgenommen. Eine reine Informationsseite ohne Vertragsabschluss fällt in der Regel nicht darunter.

Was kostet eine Website pro Jahr im Betrieb?

Hosting, Domain, Lizenzen und Wartung zusammen. Je nach Umfang reicht die Spanne von einigen hundert bis zu mehreren tausend Euro jährlich. Die größte Position ist meist die Wartung, nicht das Hosting.