# Agentur-Angebote vergleichen: So machst du sie vergleichbar

> Agentur-Angebote vergleichst du, indem du jedes Angebot in dieselben Bausteine zerlegst, fehlende Leistungen mit einem Schätzwert einpreist und die Annahmen jeder Agentur schriftlich abfragst. Erst der bereinigte Gesamtpreis ist vergleichbar. Achte zusätzlich auf Nutzungsrechte, Korrekturrunden, Zahlungsplan und Kosten nach dem Launch, weil dort die größten versteckten Unterschiede liegen.

- URL: https://agenturbewertung.de/angebote-und-preise/agentur-angebote-vergleichen/
- Sprache: de
- Aktualisiert: 2026-10-19
- Herausgeber: Agenturbewertung (OnlineBuilders LLC, https://onlinebuilders.biz)

Drei Angebote auf dem Tisch: 14.200, 19.800 und 23.500 Euro. Die meisten Auftraggeber sortieren nach Preis und fangen beim günstigsten an. Das ist verständlich und fast immer falsch, denn die drei Zahlen beschreiben selten dieselbe Leistung. Die eine Agentur rechnet Texte ein, die andere nicht. Eine plant zwei Korrekturrunden, eine unbegrenzt viele. Eine übergibt alle Rechte am Code, eine nur ein einfaches Nutzungsrecht.

Vergleichen heißt deshalb zuerst: vergleichbar machen. Das kostet einen Nachmittag und spart oft mehr als die Differenz zwischen den Angeboten.

## Schritt 1: Alle Angebote in dieselben Bausteine zerlegen

Lege eine Tabelle an. Zeilen sind die Bausteine deines Projekts, Spalten die Agenturen. Die Bausteine nimmst du aus deinem Briefing, nicht aus den Angeboten. Sonst übernimmst du die Struktur der Agentur, die am geschicktesten gegliedert hat.

Für ein typisches Website-Projekt sehen die Zeilen etwa so aus: Konzept und Workshop, Design, Umsetzung, Inhalte, Schnittstellen, Tests, Projektleitung, Schulung, Hosting, Wartung im ersten Jahr. Dann trägst du für jede Agentur ein, ob der Baustein enthalten ist, und wenn ja, mit wie vielen Stunden oder zu welchem Preis.

**Beispiel: Was in drei Angeboten tatsächlich enthalten ist**

| | Agentur A | Agentur B | Agentur C |
|---|---|---|---|
| Konzept und Workshop | ja | ja | ja |
| Eigenes Design | nein | ja | ja |
| Texte für 15 Seiten | nein | nein | ja |
| Korrekturrunden Design | 1 | 2 | 3 |
| Newsletter-Anbindung | nein | ja | ja |
| Tests auf Mobilgeräten | teilweise | ja | ja |
| Schulung für das Team | nein | nein | ja |
| Ausschließliche Nutzungsrechte am Code | nein | ja | ja |

Fiktives Beispiel zur Veranschaulichung.

Schon diese Übersicht verändert den Blick. Agentur A ist günstig, weil sie ein Theme nimmt, keine Texte schreibt und die Anbindung weglässt.

## Schritt 2: Lücken mit einem Schätzwert einpreisen

Jetzt kommt der Teil, den fast niemand macht. Für jede Lücke schätzt du, was sie kosten würde, wenn du sie nachträglich beauftragst oder selbst erledigst. Grundlage können die Preise der anderen Agenturen sein oder ein Stundensatz mal einer groben Stundenzahl.

**Bereinigung von Angebot A**

- Angebotspreis A: 14.200 €
- + eigenes Design statt Theme (Wert aus Angebot B): + 3.500 €
- + Texte für 15 Seiten (Wert aus Angebot C): + 5.800 €
- + Newsletter-Anbindung (8 h × 110 €): + 880 €
- + zweite Korrekturrunde (6 h × 110 €): + 660 €
- **Bereinigter Preis A: 25.040 €**

Alle Beträge fiktiv. Bereinige B und C auf dieselbe Weise, bevor du vergleichst.

Im Beispiel liegt das scheinbar günstigste Angebot nach der Bereinigung über dem teuersten. Agentur C mit 23.500 Euro enthält schon alles, inklusive Schulung. Agentur B müsste für die Texte noch 5.800 Euro dazurechnen und käme auf 25.600 Euro. C gewinnt also, obwohl sie auf dem Papier am teuersten war.

Das muss nicht immer so ausgehen. Manchmal bleibt das günstigste Angebot auch nach der Bereinigung vorn. Dann weißt du es aber und musst nicht hoffen.

## Schritt 3: Die Annahmen schriftlich abfragen

Jedes Angebot beruht auf Annahmen, die nicht drinstehen. Schick allen Agenturen dieselbe Liste mit Fragen und bitte um schriftliche Antwort:

- Wie viele Stunden sind für welchen Baustein geschätzt, und mit welchem Stundensatz?
- Welche Inhalte erwartet ihr von uns, bis wann und in welchem Format?
- Wie viele Korrekturrunden sind enthalten, und was kostet jede weitere?
- Wer genau arbeitet am Projekt? Arbeitet ihr mit Subunternehmern?
- Welche Lizenzen für Plugins, Schriften oder Bilder sind enthalten, welche zahlen wir selbst?
- Welche Nutzungsrechte bekommen wir am Code, am Design, an den Texten?
- Was kosten Änderungen nach der Abnahme, und wie lange behebt ihr Fehler kostenlos?

Die Antworten sind aufschlussreich. Wer mit konkreten Zahlen antwortet, hat sauber kalkuliert. Wer ausweicht oder „das klären wir im Projekt“ schreibt, verschiebt Risiken zu dir. Wie du die Stundensätze einordnest, die dabei genannt werden, steht unter [Agentur-Stundensatz](https://agenturbewertung.de/angebote-und-preise/agentur-stundensatz/).

## Schritt 4: Die Punkte prüfen, die nicht im Preis stehen

Manche Unterschiede tauchen in keinem Preisvergleich auf, kosten aber später Geld oder Nerven.

**Nutzungsrechte.** Bekommst du ausschließliche Rechte am individuell entwickelten Code oder nur ein einfaches Nutzungsrecht? Darfst du den Code von einer anderen Agentur weiterentwickeln lassen? Fehlt dazu eine Regel, entscheidet nach § 31 Abs. 5 UrhG der Vertragszweck, und darüber lässt sich trefflich streiten. Details stehen im Beitrag über [Rechte am Quellcode](https://agenturbewertung.de/zusammenarbeit/rechte-am-quellcode/).

**Zahlungsplan.** Fair sind Abschläge nach Meilensteinen, etwa ein Drittel bei Auftrag, ein Drittel nach dem Design, ein Drittel nach Abnahme. Ein Angebot, das 80 Prozent vor dem ersten Entwurf verlangt, verlagert das Risiko komplett zu dir.

**Abnahme und Gewährleistung.** Wie läuft die Abnahme ab? Wie lange werden Fehler nach dem Launch ohne Berechnung behoben? Mehr dazu unter [Abnahme bei Softwareprojekten](https://agenturbewertung.de/zusammenarbeit/abnahme-software-projekt/).

**Kosten nach dem Launch.** Hosting, Wartung, Lizenzen. Ein Angebot mit niedrigem Projektpreis und teurem Wartungsvertrag mit zwei Jahren Mindestlaufzeit ist über drei Jahre oft das teuerste.

## Die Gesamtkosten über drei Jahre

Für Projekte, die du länger betreiben willst, lohnt eine Drei-Jahres-Sicht. Rechne zum bereinigten Projektpreis die laufenden Kosten für drei Jahre dazu: Hosting, Wartung, Lizenzen, ein realistisches Budget für kleine Änderungen.

| Posten | Agentur B | Agentur C |
|---|---|---|
| Bereinigter Projektpreis | 25.600 € | 23.500 € |
| Wartung, 3 Jahre | 3 × 1.800 € | 3 × 2.400 € |
| Hosting, 3 Jahre | 3 × 360 € | 3 × 600 € |
| **Gesamt über 3 Jahre** | **32.080 €** | **32.500 €** |

Plötzlich liegen beide fast gleichauf. Die Entscheidung fällt dann über Qualität, Team und Vertrag, nicht über den Preis. So sollte es auch sein.

## Nachverhandeln, ohne die Qualität zu ruinieren

Nach dem Vergleich willst du vielleicht mit dem Favoriten über den Preis sprechen. Gut so. Aber verhandle über Umfang, nicht über den Stundensatz.

Ein gedrückter Stundensatz kommt fast immer zurück, und zwar in Form von mehr Stunden, weniger erfahrenen Leuten im Team oder einer Agentur, die bei jeder Unklarheit sofort einen Nachtrag schreibt, weil ihre Marge ohnehin schon aufgebraucht ist. Wirksamer ist es, Bausteine zu streichen oder selbst zu übernehmen. Texte schreibst du selbst. Die Schulung fällt weg. Die Newsletter-Anbindung kommt in Phase zwei.

Auch Zahlungsbedingungen sind Verhandlungsmasse. Manche Agenturen geben lieber einen kleinen Nachlass für eine höhere Anzahlung, als den Stundensatz anzufassen. Frag einfach.

## Woran du das passende Angebot erkennst

Nach der Bereinigung bleibt meist ein Favorit übrig, manchmal zwei. Lege dann die Bewertungsmatrix aus dem Auswahlprozess daneben, mit Referenzen, Team und Prozess. Wie du die aufbaust, steht unter [Digitalagentur finden](https://agenturbewertung.de/agentur-finden/digitalagentur-finden/).

Bei Softwareprojekten lohnt zusätzlich eine technische Prüfung der Angebote: Ist die Architektur plausibel? Passt die Schätzung zum Umfang? Wer intern niemanden dafür hat, kann eine zweite Meinung einholen, etwa über die kostenlose technische Erstberatung, die [OnlineBuilders auf Anfrage anbietet](https://onlinebuilders.biz/contact).

Und wenn sich herausstellt, dass die Angebote unterschiedliche Preismodelle verwenden, hilft der Beitrag [Festpreis oder Aufwand](https://agenturbewertung.de/angebote-und-preise/festpreis-oder-aufwand/) bei der Einordnung.

Nächster Schritt: Lege die Tabelle aus Schritt 1 an, bevor du das zweite Angebot liest. Wer erst alle Angebote durchblättert, übernimmt unbewusst die Gliederung des ersten.

## Häufige Fragen

### Wie viele Angebote sollte ich einholen?

Drei reichen fast immer. Mit mehr Angeboten wächst der Vergleichsaufwand stärker als der Erkenntnisgewinn. Wichtiger ist, dass alle drei auf demselben Briefing beruhen.

### Darf ich einer Agentur das Angebot der Konkurrenz zeigen?

Besser nicht. Angebote enthalten Kalkulationen und Konzepte, die die Agentur vertraulich behandelt sehen will. Du kannst aber ohne Namen sagen, an welcher Stelle ein anderes Angebot günstiger war, und nach dem Grund fragen.

### Wie lange ist ein Agenturangebot gültig?

So lange, wie im Angebot steht. Fehlt eine Frist, bindet ein Angebot nach § 147 Abs. 2 BGB nur so lange, wie man unter regelmäßigen Umständen mit einer Antwort rechnen darf. Viele Agenturen geben 30 Tage an.

### Soll ich das günstigste Angebot nehmen?

Nur wenn es nach der Bereinigung immer noch das günstigste ist und die Annahmen plausibel sind. Ein sehr niedriger Preis beruht oft auf weggelassenen Leistungen oder auf der Hoffnung, über Nachträge zu verdienen.

Foto: Niklas Bildhauer (who also is User gerolsteiner91., CC BY-SA 2.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:FileStack.jpg)